Schwefel-Karte zeigt weltweit Schwefeldioxid-Belastung live

Die Schwefel-Karte zeigt live den Schwefeldioxid-Gehalt in der Atmosphäre der Erde. Dabei wird der Gehalt in „µg/m³“ angegeben, was „Mikrogramm pro Kubikmeter“ bedeutet. Der Wert wird hier zwischen 0 und 80 µg/m³ angegeben. Während die grauen Stellen kaum Schwefeldioxid aufweisen, liegen in den gelben Regionen schon über 10 µg/m³ vor und in den roten Regionen sogar über 80 µg/m³. Schwefeldioxid gehört zu den Luftschadstoff-Emissionen, welche aus unterschiedlichsten Quellen stammen. Sie beeinträchtigen die Luftqualität, können in der Umwelt Säuren bilden oder die übermäßige Anreicherung von Nährstoffen (Eutrophierung) in Ökosysteme vorantreiben. Auch die menschliche Gesundheit wird dadurch belastet.

Welche Länder verursachen am meisten Schwefeldioxid?

Anhand der Schwefel-Karte lässt sich erkennen, dass China, die USA, Europa, Indien und Russland den höchsten Schwefeldioxid-Ausstoss aufweisen. Aber auch Teile Südamerikas, Kanada, Teile Afrikas, Mexiko und Australien folgen dicht dahinter. Die Emissionen werden durch die Luft weiter verbreitet. Auch die Meere sind stark belastet, das liegt vor allem am weltweiten Schiffsverkehr.

Schwefeldioxid-Belastung in Deutschland

Der Schwefeldioxid-Ausstoss wird vor allem von verkehrsnahen Stationen überall in Deutschland gemessen. An mehr als der Hälfte dieser Stationen überschreiten die gemessenen Stickstoffdioxid-Konzentrationen den seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 μg/m³, welcher streng genommen noch viel zu hoch angesetzt ist. Ballungsräume und Städte sind dabei aufgrund der hohen Emissionen dort von einer stärkeren Luftschadstoffbelastung betroffen, welche nicht im gesamten Gebiet einer Stadt einheitlich ist. Die höchsten Stickstoffdioxid(NO2)-Konzentrationen werden an viel befahrenen Straßen gemessen. Die NO2-Jahresmittelwerte liegen je nach Lage zwischen 30 und 60 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), vereinzelt sogar um 80 µg/m³. Mit zunehmender Entfernung zu verkehrsreichen Straßen verringert sich die NO2-Konzentration in der Luft. Da jedoch neben dem Verkehr weitere Stickstoffoxid-Quellen über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, entsteht eine Grundbelastung über dem Stadtgebiet. Mit Jahresmittelwerten um 10 µg/m³ wird die deutlich niedrigste NO2-Belastung entfernt von Emissionsquellen in ländlichen Gebieten gemessen. Seit 1995 ist in allen beschriebenen Belastungsregimen statistisch ein Rückgang erkennbar.
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» weitere Informationen vom Umweltbundesamt

Feinstaub, Stickoxid, Schwefeldioxid – was ist eigentlich was?

Zu Feinstaub zählen alle Partikel, die in der Luft schwirren und vor allem aus Sulfat, Nitrat, Ammoniak, Natriumchlorid, Kohlenstoff, mineralischem Staub und Wasser bestehen. Das können Rußpartikel, Reifenabrieb, Plastikteilchen, Dünge- und Abfallrückstände sein. Je nach Größe ist Feinstaub – auf Englisch Particulate Matter, kurz PM – in Fraktionen unterteilt: Unter PM10 versteht man alle Staubteilchen mit einem Durchmesser kleiner als zehn Mikrometer. Daneben gibt es die Feinfraktion im Größenbereich von 2,5 Mikrometern und die ultrafeinen Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 Mikrometern. Manchmal werden Stickoxide, kurz NOx, ebenfalls als Feinstaub bezeichnet, per Definition aber bilden sie eine eigene Gruppe und zählen streng genommen nicht dazu. Stickoxide entstehen als Produkte unerwünschter Nebenreaktionen in Verbrennungsprozessen. Zumeist gelangen sie über Verbrennungsmotoren und Feuerungsanlagen für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle in die Luft. Es handelt sich dabei um verschiedene gasförmige Verbindungen, die aus den Atomen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) aufgebaut sind. Zu den Stickoxiden zählen daher unter anderem Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Sie gelten in den meisten Städten als Luftschadstoff Nummer eins. Bei Schwefeldioxid handelt es sich um ein Gas, das beispielsweise austritt, wenn fossile Brennstoffe wie Kohle oder Öl in Flammen aufgehen – etwa um Strom zu erzeugen, Wohnungen zu heizen oder Fahrzeuge anzutreiben.

Woher kommen die Stickoxide?

Stickoxide entstehen durch Verbrennungsmotoren und Feuerungsanlagen für Kohle, Öl, Gas, Holz und Abfälle. In Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die bedeutendste NOx-Quelle. Von allen Verkehrsträgern leistet der internationale Schifffahrtsverkehr den höchsten Emissionsbeitrag. Dort liegt der maximal zulässige Schwefelgehalt im Brennstoff für Schiffe derzeit bei 4,5 Prozent. Die IMO hat den Grenzwert jedoch reduziert: Bis 2012 soll er auf 3,5 und bis 2020 auf 0,5 Prozent gesenkt werden. 2019 wurde eine Studie von Transport and Environment veröffentlicht, welche zeigt, dass allein die Kreuzfahrtschiffe von Carnival im Jahr 2017 fast zehnmal mehr Schwefeloxide entlang Europas Küsten ausgestoßen haben wie alle 260+ Millionen Personenkraftwagen in Europa zusammen. Das Max-Planck-Institut für Meteorologie konnte im Rahmen einer Studie zeigen, dass in der Umgebung der stark frequentierten Seehäfen Rotterdam, Antwerpen und Milford Haven eine erheblich dichtere Wolkendecke herrscht als im Umland. Schwefeldioxid und Stickoxide wirken als Kondensationskeime und regen die Wolkenbildung an. Die durch diese Wolkendecke verstärkte Albedo führte zu einer Verringerung der Sonneneinstrahlung in den darunterliegenden Gebieten. Auch global kann Schwefeldioxid durch Erhöhung des Aerosolgehalts zur Trübung der Atmosphäre beitragen, etwa nach starken Vulkanausbrüchen.

Wie schädlich oder gefährlich sind Stickoxide?

Vor allem Stickstoffdioxid reizt die Atemwege. Beim Einatmen kommt es mit den Schleimhäuten der Atemwege in Kontakt und kann Studien zufolge Entzündungs- und Umbauprozesse in den feinsten Bestandteilen der Lunge, den Lungenbläschen, in Gang setzen. Dadurch könne im weiteren Verlauf unter anderem der Sauerstoffaustausch behindert werden. Dies könne insbesondere Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, die nicht selten eine eingeschränkte Lungenfunktion haben, zusätzlich beeinträchtigen. Langfristig könnten erhöhte Stickstoffdioxid-Konzentrationen unter anderem zu einer Entzündung der Atemwege (Bronchitis), einer Verschlechterung vorbestehender Atemwegserkrankungen (etwa Asthma) und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Wie unterscheiden sich Dieselabgase von Benzinern?

Ein Dieselfahrzeug stößt weniger des Treibhausgases Kohlendioxid aus als ein vergleichbarer Benziner. Gleichzeitig jedoch werden bei der Kraftstoffverbrennung im Dieselmotor Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid, Stickoxide und Partikel erzeugt, die allesamt als Schadstoffe gelten. Weil die Verbrennungstemperatur höher ist, entstehen im Dieselmotor mehr Stickoxide als in einem Ottomotor.

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